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erstellt von: krawatten, am 03.12.2010 13:38, Clicks: 1874

Kleine Fehler, große Wirkung

Wie Sie trotz perfekter Kleidung nicht wirken

Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir eine Entwicklung durchgemacht: der Mann von heute achtet auf sein Äußeres, und er möchte gut aussehen. Auch für die Karriere ist das richtige Outfit mittlerweile zur Grundvoraussetzung geworden. Wer sich passend kleidet, kommt weiter, wird eher eingestellt, schneller befördert und besser behandelt. Nicht umsonst konzentrieren sich neben ganzen Bibliotheken von Ratgeberliteratur inzwischen auch Business-Coaches auf die perfekte Kleidung im Job. Schade ist nur, wenn winzige Details die gesamte Wirkung des perfekten Outfits wieder zunichte machen.

Dabei ist es so leicht, ins modische Fettnäpfchen zu treten. Nicht mit dem, was man trägt, sondern damit, wie man es trägt. Das beginnt schon bei der Krawatte. Sie gehört in konservativen Branchen zum guten Ton, und auch in Verkauf oder Beratung schadet sie selten. Vorausgesetzt, es ist die richtige. Also, so modisch Karomuster auch sind (und das sind sie in dieser Saison definitiv), sie eignen sich nur bedingt als Businessoutfit. Ist ihr Anzug gemustert (Streifen oder leichtes Karo), müssen Sie die Krawatte auf dieses Muster abstimmen. Ein fein gestreifter Anzug verträgt keine fein gestreifte Krawatte, ein grobes Anzug-Karo oder Glencheck schreit geradezu nach einem kleinen Krawatten-Muster. Dass der Hemdkragen darunter geschlossen wird, versteht sich von selbst. Oder auch nicht, wenn man sich viele heutige Krawattenträger ansieht. Sollte es aber.
Zudem ist der richtige Krawattenknoten nicht ganz unwichtig. Versuchen Sie einen doppelten Windsor zu gespreizten Haifischkrägen, einen schmalen Four-in-Hand zum heruntergezogenen Kent-Kragen. Keine Krawattennadel oder -Klammer. Erstere ist zu festlich für den Büroalltag, letztere seit zwanzig Jahren aus der Mode. Die Krawatte sollte aus Seide sein, nicht aus Polyester oder Wolle.

Doch leider ist die Krawatte nicht das einzige, auf das Sie achten müssen. Umstrittenes, aber dennoch sehr wirkungsvolles Kleidungsstück: die Weste. Auch wenn manche Bekleidungsbücher inzwischen beginnen, von Westen abzuraten, liegt das nur daran, dass viele Westenträger ein wenig zu kreativ mit diesem Stück umgehen. Der größte Irrtum ist, dass das Jackett über einer Weste offen getragen wird. Leider sieht man diese Variante in Katalogen, auf Plakaten und bei Schaufensterpuppen all zu oft. Dabei ist der Grund dafür ein recht simpler: Das Jackett steht dort nur offen, damit man die Weste besser sieht. Getragen wird sie geschlossen. Da sie zudem idealerweise aus dem gleichen Stoff besteht wie der Anzug, gibt sie dem ganzen Ensemble eine harmonische Note und eine höhere Kragenlinie. Kontrastierende Westen sind nichts für den Anzug. Sie bleiben der Abendmode vorbehalten. Und auch wenn der Handel dort abenteuerliche Kreationen mit seidigem Glanz und in den ausgefallensten Farben anbietet, sollten Sie derartige Westen nicht mit konservativen Anzügen kombinieren. Gut, eine feuerrote Seidenweste kann zu einem Partyanzug mit Nehru-Kragen und der passenden Fliege sehr stylisch wirken. Aber so etwas würden Sie nie im Büro tragen, oder?
Der unterste Knopf einer Weste wird übrigens nie geschlossen. Dieser Brauch geht auf Louis XIV. zurück ? dieser konnte ihn schlicht und einfach aufgrund seines Leibesumfangs nicht mehr schließen, und die Höflinge übernahmen die neue Mode. Da sich der Knopf meist auch bereits schrägt auf dem Abstich der Weste befindet, sitzt er geschlossen zumeist sehr merkwürdig. Und: auch eine Weste sollte passen und nicht über dem Bauch spannen.

Auch beim Sakko werden nicht alle Knöpfe geschlossen. Bei einem Zweiknopfsakko wird nur der obere Knopf geschlossen, bei drei Knöpfen der mittlere. Nur einen Zweireiher sollten Sie immer komplett zuknöpfen. Und nur den können Sie auch zugeknöpft lassen, wenn Sie sich setzen.

Dass Tennissocken nicht gerade die beste Wahl sind, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Aber auch bei dezenteren Strümpfen gilt: sie sollten nicht auffallen. Wählen Sie sie stets eine Nuance dunkler als den Rest des Outfits. Dann kann Ihnen ? zumindest was Kleinigkeiten anbelangt ? nicht mehr viel passieren.


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