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erstellt von: krawatten, am 20.07.2011 10:31, Clicks: 1605

Jeans und Jackett?

Es ist nicht nur der Siegeszug des Business Casual, der unsere Kleidungsgewohnheiten verändert hat. Sicher, natürlich kann es nicht ohne Einfluss auf die Mode bleiben, dass viele von uns sich eben nicht mehr in den dunkelgrauen Anzug hüllen müssen, wenn sie zur Arbeit gehen. Vor allem aber sind es die flexibleren Arbeitszeiten, die dort ihre Spuren hinterlassen. Wir gehen nach der Arbeit in die Bar oder ins Kino, in der Mittagspause einkaufen und am Wochenende an den heimischen Schreibtisch. Die Unterschiede zwischen Arbeitskleidung und Freizeitgarderobe sind so aufgeweicht wie nie.

 

Anders als in den Anfangszeiten, als Business Casual als „third wardrobe“ reine Business-Kleidung war, muss heutige informelle Business-Kleidung überall eine gute Figur machen. Das Stichwort ist nicht mehr „Business Casual“, sonder „Smart Casual“, eine Form der Freizeitbekleidung, die auch beim Meeting mit dem Kunden nicht daneben liegt, und das mit einem Hauch von Eleganz.. Und auch wenn in konservativen Unternehmen Jeans immer noch nicht gern gesehen sind, haben sie sich in dieser neuen Spielart längst ihren festen Platz erobert. Natürlich nicht die zerrissenen aus den 70'ern. Und auch nicht die müllsackähnlichen Gebilde, die eine Zeit lang in der Hiphop-Szene sehr beliebt waren und immer so aussehen, als litte der Träger unter schwerem Durchfall.

 

Aber relativ körpernah geschnittene dunkle Jeans können Sie auch zum Sportsakko tragen. Oder auch zur Anzugjacke, aber das erfordert schon ein wenig Überlegung. Vermeiden sollten Sie allzu auffällige Waschungen, kunstvoll zerrissene Stellen und all zu helle Nietenhosen.

 

Ein guter Anzug ist nicht nur eine Investition, weil er einen unvergleichlich professionellen Look anbietet, meist lässt sich das Jackett auch separat tragen. Zugegeben, der schwarze Anzug ist hier weniger variabel. Er ist für die Freizeitgarderobe im Normalfall zu festlich. Noch schwieriger wird es bei Nadelstreifen. Ein Nadelstreifen-Sakko ist so eindeutig Teil eines Anzugs, dass jedes andere Setting eine mittlere Katastrophe darstellt. Was gar nicht geht, sind zweireihige Sakkos. Deren etwas konservative Förmlichkeit lässt sich nur schwer mit Freizeitgarderobe in Einklang bringen. Aber fast alles andere sollte unproblematisch sein.

 

Ein dunkelblaues Sakko etwa passt perfekt zu Jeans. Insbesondere dann, wenn Sie es mit einem hellblauen oder rosafarbenen Businesshemd kombinieren. Ist Ihnen der Look nicht elegant genug, versuchen Sie es mit einem Einstecktuch, in schlichtem Weiß oder hier auch ausnahmsweise mal farblich auf das Hemd abgestimmt. Keine Krawatte, denn die sieht zu Jeans immer sehr merkwürdig aus. Wenn Sie sich am Hals ohne Binder unangezogen fühlen, ist ein Krawattenschal die passendere Variante. Sogar Manschettenknöpfe sind möglich, aber es sollten hier nicht gerade die blitzenden Diamanten auf Weißgold sein.

 

Natürlich funktioniert das nicht nur mit Anzugjacken. Ein guter navyblauer Blazer oder ein gemustertes Sportsakko sind mindestens ebenso geeignet. Aber den Anzug haben Sie doch sowieso im Schrank, oder?

 

Sind Sie mutig und fallen gerne auch mal ein wenig auf? Dann hier ein kleiner Tipp für ein etwas extravagantes Sommer-Party-Outfit. Dunkelblaue Jeans, auf Dreiviertellänge aufgekrempelt. Dazu braune Mokassins oder Loafer. Flechtgürtel, passend zu den Schuhen, zum hell rosafarbenen Hemd. Darüber ein navyblaues Jackett mit blassgelbem Einstecktuch und ebensolchem Krawattenschal. Auffällig? Ja. Ungewöhnlich? Zweifelsfrei. Aber sehr elegant.


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