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erstellt von: krawatten, am 16.07.2012 15:24 , Clicks: 4442

Große Garderobe, kleines Budget

Wie man mit wenig Geld nach viel aussieht

 

Zweifelsfrei: die besten klassischen Anzüge gibt es in der Londoner Saville Row. Optimaler Sitz, edle Materialien und das gewisse Etwas. Doch wer sich den edlen Zwirn von Gieves & Hawkes, Huntsman oder Edward Sexton gönnen möchte, muss vor allem über eines verfügen: einen prall gefüllten Geldbeutel. Die perfekten Stoffkreationen nach traditioneller Schneiderkunst erreichen schnell den Wert eines Kleinwagens.

 

Und gerade hier stellen sich gerade dem Berufsanfänger oder Young Professional unüberwindliche Probleme in den Weg. Einerseits sind diese höheren Weihen in der betreffenden Gehaltsklasse nicht erschwinglich, andererseits tönt jeder Stilratgeber, ein Anzug von der Stange sei im Geschäftsleben eine Todsünde und absolut unverzeihlich.

 

Das stimmt zum Glück nur eingeschränkt. Ein schlecht sitzender Anzug von der Stange ist problematisch. Wenn Sie natürlich das Glück haben, eine so durchschnittliche Figur zu haben, dass Ihnen im Kaufhaus fast jeder Anzug wie angegossen passt, können Sie die nächsten paar Sätze überspringen. Wenn nicht, gibt es einen Berufszweig, an den die meisten von uns leider zu spät denken: den guten alten Änderungsschneider. Einen völlig verschnittenen Anzug kann der zwar auch nicht retten. Aber den Anzug so anpassen, dass er nach ein wenig mehr aussieht, schon. Die Beine ein wenig kürzer, die Ärmel ein wenig enger, vielleicht noch ein Knopf ein paar Millimeter zur Seite – alles keine große Sache, und vor allem günstiger als man denkt.

 

Nun gut, zum billigsten Fummel sollten Sie trotzdem nicht greifen. Achten Sie vor allem auf das Material. Schurwolle muss es schon sein. Wenn dann noch eine Zahl dahinter steht, wird es interessant. Ein Anzugstoff mit „Super 100“ etwa bedeutet: 100 Meter des Wollgarns wiegen 1 Gramm. Je höher der Wert, desto feiner der Stoff. Werte jenseits der 200 werden Sie im Kaufhaus nicht finden, 120 oder 140 sollten es aber schon sein, es sei denn, Sie suchen ein grobes Winterjackett.

 

Dazu dann ein einfaches Businesshemd. Natürlich sehen Maßhemden gut aus. Aber der größte Teil des Hemds ist sowieso vom Anzug und der Krawatte verdeckt. Daher können Sie ruhig zu etwas günstigerem greifen. Nun gut, edle blickdichte Sea-Island-Baumwolle mit Umschlagmanschette werden Sie nicht auf dem Wühltisch finden. Reine Baumwolle hingegen schon. Machen Sie nur einen großen Bogen um alles, was mehr als 30% Polyester enthält. Denn darin schwitzen Sie erbärmlich.

Halten Sie sich an weiß oder hellblau, und schon kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

 

Die Krönung des Outfits ist hier die Krawatte. Und machen wir uns nichts vor: ob die aus Seide oder aus Polyester ist, wird der Eingeweihte auf den ersten Blick erkennen. Nur dass man – vor allem im Internet – auch für eine handgenähte Seidenkrawatte inzwischen kein Vermögen mehr ausgeben muss.

Mit konservativen Streifen macht man nicht viel falsch. Wer es etwas individueller mag, greift vielleicht zur Wollkrawatte.

 

Auch die Strümpfe müssen nicht vom Feinsten sein. Nur weiße Tennissocken sind dennoch ein No-Go. Wenn Sie nun noch darauf achten, die Schuhe (keine Turnschuhe) regelmäßig zu putzen, werden Sie seriös und professionell aussehen – auch ohne Millionen.

 


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