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erstellt von: krawatten, am 08.09.2010 13:19 , Clicks: 11112

Krawattenfarben

Was Ihre Krawatte über Sie verrät.

Robert Lembke pflegte zu sagen: ?Manche Männer tragen eine so laute Krawatte, dass sie sich einen Schal als Schalldämpfer darüberlegen sollten.? Wenn das auch auf Sie zutrifft, haben Sie beim Erwerb Ihres Binders etwas falsch gemacht. Ein Blick auf die Straße reicht aus, um die abenteuerlichsten Krawattenkreationen in freier Wildbahn zu erleben. Da trägt der eine Dollarzeichen auf der stolzgeschwellten Brust, der nächste lebt seinen Spieltrieb mit niedlichen Comicfiguren aus. Die Farbkombinationen gehen von dezentem Ton in Ton bis zum ?Ich-bin-heute-zu-spät-aufgestanden-und-hatte-keine-Zeit-mir-eine-Krawatte-auszusuchen?-Look.

?Der Mann ist soviel wert wie seine Krawatte?, schrieb der berühmte Romancier Honoré de Balzac im 19. Jahrhundert, ?das ist er selbst, durch sie verhüllt er sein Wesen, in ihr manifestiert sich sein Geist.? Zu solch kühnen Formulierungen würde heutzutage sicherlich kaum noch jemand greifen. Und doch: es lässt sich nicht leugnen, dass die Krawatte etwas über ihren Träger aussagt. Farbe, Form, ja selbst die Art des Knotens kann manchmal wertvolle Rückschlüsse zulassen.

In einer Umfrage wurden Personalchefs befragt, was für eine Krawatte sie bei einem Bewerber bevorzugen würden. Die überraschende Antwort war nicht etwa ?dezent? oder ?businessgeeignet?. Vielmehr sagten die meisten von ihnen ohne Nachdenken und wie aus der Pistole geschossen: ?blau.? Diese Vorliebe kommt nicht von ungefähr: die Farbe blau wird traditionell mit Solidität und Zuverlässigkeit identifiziert.

Ein jugendlich frisches Image erreichen Sie hingegen mit Krawatten der Farbe grün. Dunklere Töne wirken hier naturverbundener und rustikaler. Als Kreativer kommen Sie auch mit Orange gut an ? gerne auch zum hellblauen Hemd. Orange ist ungeheuer laut, aber auch ein Zeichen von Aktivität und Einfallsreichtum. Für ein konservatives Büroumfeld ist diese Kombination allerding meist zu gewagt.

Wenn Sie ein extravaganter, aktiver Typ sind, sollten Sie sich mit dunklen Brauntönen sehr zurückhalten. Diese wirken gesetzt und behäbig ? was wiederum zu rustikaler Landhausmode absolut erwünscht sein kann. Natürlich gibt es keine Regel ohne Ausnahme: eine hochglänzende Krawatte in dunklem Braun kann zum richtigen Anzug sehr elegant wirken, gerade wenn sie eher schmal geschnitten ist.

Wer sich früher in Violett kleidete, ohne Kardinal oder Bischof zu sein, wirkte leicht als spiritueller Mensch mit mystischem Touch ? bevor Lila zur absoluten Modefarbe im Bereich der Herrenbekleidung wurde. Seitdem können Sie auch getrost einen lila Binder tragen und wirken kein bisschen esoterisch, sondern lediglich modisch versiert. Nur besonders Extrovertierten kann hingegen zum Kauf einer schreiend pinken Krawatte geraten werden. Sie fällt nicht nur auf, sondern lenkt auch von ihrem Gesicht ab.

Ihre gefühlvolle Seite zeigen Sie mit leichtem Rosé oder Flieder. Silberne oder weiße Krawatten wirken sehr edel. Sie sollten sie festlichen Anlässen vorbehalten, wenn Sie nicht gerade Richter oder Staatsanwalt sind ? in diesen Berufen gehört die weiße Krawatte zur Berufskleidung.

Besonders kraftvoll wirkt die Farbe rot. Eine rote Krawatte lässt Ihr Gegenüber merken: Sie haben alles unter Kontrolle. Rot ist modisch. Rot verleiht ungeheure Präsenz ? deshalb tragen Chöre und Orchester so gerne die rote Krawatte. Rot wirkt am stärksten dynamisch und kraftvoll. Mit einem roten Binder liegt Ihnen die Damenwelt zu Füßen ? oder fühlt sich von Ihrer aggressiv erotischen Ausstrahlung bedroht. Träger roter Krawatten wirken dominant und sinnlich, man sollte diese Farbe sparsam dosieren. Tragen Sie niemals, ich wiederhole, niemals, eine feuerrote Krawatte zum Vorstellungsgespräch. Der Personalchef wird sich bedroht fühlen. Sind Sie etwa scharf auf seinen Job? Wollen Sie das Unternehmen beherrschen? Warten Sie mit solchen modischen Details, bis Sie selbst in der Vorstandsetage sitzen.

Mit all diesen Einzelheiten können Sie etwas über sich verraten. Und dennoch bleibt der Eindruck stets ein ungenauer, und man kann schnell um Welten danebenliegen. Vielleicht zeigt der Träger auch nur gerade seine ureigene Interpretation von Modebewusstsein. Denn, um es in Anlehnung an Siegmund Freud, den großen Vater der Psychoanalyse, zu sagen: "Manchmal ist eine Krawatte auch einfach nur eine Krawatte."


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